Wie Schall aus der Kabine verschwindet.
Den größten Durchbruch auf dem Weg dahin erzielte das Team, indem es die 4-Punkt-Federung der Kabine völlig neu aufstellte. Beim alten Konzept mussten die Feder-Dämpfer-Elemente mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Sie sollten Schwingungen auffangen, Schallwellen unterbrechen und absolut bruchfest sein für den sogenannten ROPS-Test, mit dem die Kabinensicherheit im Falle eines Überschlags getestet wird.
„Vor allem die erforderliche Bruchsicherheit für den ROPS-Test hat uns bei der Optimierung der Akustik eingeschränkt“, erklärt Jens Römer. „Aber nachdem wir diese Funktion von den Federelementen getrennt hatten, konnten wir uns voll auf die Optimierung der Akustik in der Kabine konzentrieren.“
Dabei ging es nicht nur darum, alle Geräusche zu minimieren. Denn bestimmte Geräuschfrequenzen – etwa vom Motor – soll der Fahrer hören, um etwa beim Treten des Fahrpedals ein Gespür für die Maschine zu haben oder um Störungen zu bemerken. „Die Kunst besteht darin, die richtige Balance zwischen Stör- und erwünschten Geräuschen zu finden“, sagt Römer. Dafür änderten die Ingenieure unter anderem bei der Kabinenfederung die Härte und Form der vier Gummielemente, wodurch störende Frequenzen unterbrochen werden konnten. Zusätzlich verlegten sie schwere Dämmmatten im Hohlraum des Kabinenbodens, die weitere unerwünschte Schwingungen abdämpfen.
So konnten auch ungünstige, wenn auch nur leise Frequenzen aus dem Motorbereich abgestellt werden, die anfangs bis zu den großen Kabinenscheiben aufstiegen und Störgeräusche verursachten, weil die Scheiben wie Lautsprecher wirkten. Besonders betroffen war die Frontscheibe. Hier entschieden sich die Ingenieure für ein hochwertiges Verbundsicherheitsglas, das auch in Autos wie der Mercedes S-Klasse verbaut wird. Durch die neu aufgestellte 4-Punkt-Federung ergaben sich noch weitere Vorteile, über die Akustik hinaus. So wird die Kabine des AXION jetzt sportlicher geführt.
„Als Fahrer spürt man, dass sie zum Beispiel in Kurven stärker gegen die Schwerkraft arbeitet und weniger mitgeht“, erklärt Römer. „Sie verhält sich auch in anspruchsvollen Fahrsituationen genauso, wie man es erwartet.“ Mit anderen Worten: Man fährt Luxusklasse.